Genäht und gestickt, alle 30 x 42cm. Geplant waren 108 Kreise, die 108 Gebete für eine friedliche Welt symbolisieren sollten. Ich habe die Zahl erst 2020 erreicht, in der Coronazeit. Weitere Infos gibt es unten.
Sixpacks oder 108 Gebete für eine friedliche Welt
Den Titel Sixpacks habe ich gewählt, weil immer sechs Kreise auf einem Rechteck angeordnet sind. Ausserdem sollte er an Bierverpackungen erinnern mit der banalen Alliteration Spiritualität statt Spirituosen. 
In meinen Arbeiten geht es um glückliche Zufälle, das unerwartete Zusammentreffen von Farben, Mustern und Stofflichkeiten. Ich nähe Altes und Neues zusammen, verwende alles, was mich sinnlich anzieht: ausgediente Kinderkleider, indische Stoffe mit Stickereien aus dem Brockenhaus (dafür häutete ich einen Stoffelefanten), Stücke aus alten Vorhängen, Stücke aus der Aussteuer ihrer Mütter, die mir Freundinnen geben und so weiter. Im Hantieren mit den Stoffen tauchen Erinnerungen auf, gleichzeitig bin ich beim Zusammennähen von Hand oder mit der mit der Nähmaschine ganz in der Gegenwart. So sind ständig verschiedene Zeitschichten in mir aktiv. Dieser langsame Herstellungsprozess fasziniert mich. Er ist simpel und zugleich komplex. 
Das farbige Chaos bringe ich mitels der Kreise in eine einfache Ordnung, deren Mass ich finde, indem ich eine chinesische Teetasse auf den Stoff setze und eine Linie darum herum ziehe. Die Farben wähle ich so, dass sie eine dichte und warme Schwingung erzeugen, einen goldenen Schimmer. Die Kreise rollten erst als Blumen, dann als Sonnen und Gestirne über den Untergrund. Ein Werk ist dann fertig, wenn es in mir ein freudiges Gefühl auslöst.


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