Kollaboration mit Samuel Schütz
Bad Order heisst so viel wie falsch abgelieferte Post, "Künstlerpost", an Orten, wo sie niemand erwarten würde. Die Ausstellung im Rahmen der Kunstszene Zürich, 1991/92 fand auf  den SBB-Arealen zwischen Zürich und Dietikon statt. Unser Platz, den wir im Rahmen der Ausstellung Bad Order bespielten, lag in der Nähe des neuen S-Bahn Bahnhofs Hardbrücke, unweit des Gemüse-Engrosmarktes Aargauerstrasse.
Weiter unten gibt es mehr zu lesen. Die Fotos sind leider nur noch ab Xerox vorhanden.
Damals schrieb ich: "Zwischen dem Planmässigen bleiben Leerflächen liegen, Kies, ein vorläufiges Materialdepot, ein improvisierter Parkplatz, Schrebergärten. Es leben hier Altstoffhändler, Wohnwagenbewohner, bedrängte Nischenexistenzen. Als wir auf der grossen Kiesfläche stehen, werden unsere Ideen immer kleiner. Was ist sichtbar im Vorbeifahren? Wir schleppen Bauhölzer an und Paletten, stellen farbige Fähnchen auf, steigen in den Zug und spähen aus dem Fenster. Nur ein winziger Taschenspiegel blinkt auf, alles andere verschwindet. Aufglänzen, Sonnenlicht einfangen, blenden (die Lokführer? zu gefährlich?). 
Wir entscheiden uns, mit Spiegeln zu arbeiten. In Altstetten gibt es eine Spiegelfabrik, die uns Bruchware zur Verfügung stellt. Wir lehnen die Stücke an einfache Holzkonstruktionen an. So entstehen Pyramiden, die an Schneeberge erinnern. Von Weitem blitzend, aus der Nähe wolkenweiss und-grau. "Wolkenspiegel", nennt Miggu, der hier wohnt und bei Kies Richi arbeitet, die ersten Böckli, an die wir Spiegelscherben anlehnten. Er hatte lange geschaut, was die da machen. Wir sehen, dass die Leute im Zug die Köpfe wenden. Wenn der Glanz macht, dass Menschen diesen Ort überhaupt erst wahrnehmen, bin ich zufrieden. Am schönsten finde ich die Pyramiden, wenn der Sommerhimmel zur Nachtbläue übergeht und die Scherben blau erscheinen. 
Beim Arbeiten ist es heiss, wir fühlen uns ausgesetzt, es braucht Kraft. Es gibt - unschweizerisch - ein Gefühl von Weite. Die einsamen Wölfe, die hier leben, nehmen uns freundlich auf. Es riecht nach Pommes und der Rand des Kiesplatzes ist mit Brombeergestrüpp bewachsen." 
1995 ist der Platz von einem neuen Viadukt durchschnitten und ist eigentlich kein Platz mehr. Die beiden Wohnwagen stehen noch dort und sind bewohnt. 
2026 lebt niemand mehr hier unten, der Prime Tower ist nah und riesige Wohnblöcke. Die Station Hardbrücke ist eine vielbenutzte S-Bahnstation, ziemlich eng, eigentlich zu klein für die Pendlerströme.

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